andrea karg 1 - Sanft auf meiner Haut

Zunächst einmal: Allude wird nicht mit einem „ü“ ausgesprochen, sondern mit einem „u“. Der Name mutet zwar elegant französisch an, kommt aber aus dem Englischen: „To allude to something“ heißt „auf etwas anspielen“, „etwas berühren“ und für Allude- Gründerin Andrea Karg eng verbunden mit „anschmiegen“, „umschmeicheln“. Denn genau das soll ihre Mode bewirken: Wohlbefinden geben, Schutz vermitteln. Die Leidenschaft für Cashmere entdeckte Andrea Karg bereits als Teenager, als sie beim Shopping mit ihrem Vater einen Cashmere-Sweater anprobierte und sich in das flauschig weiche Material verliebte. Als sie sich als Erwachsene schließlich einen derart luxuriösen Pulli leisten konnte, bemerkte sie schnell, dass das Angebot an Cashmere-Teilen noch vollkommen unausgeschöpft war. Das meiste war ihr schlicht zu klassisch und konservativ. Angetrieben von der Idee, Cashmere modern, sinnlich und feminin zu interpretieren, gründete sie 1993 gemeinsam mit ihrem Mann in München ihr Cashmere-Label „Allude“. Die geborene Düsseldorferin hatte zu dem Zeitpunkt ihr Jurastudium absolviert und begab sich als Quereinsteigerin auf ein völlig neues Terrain. Von Anfang an war klar, dass sie die größtmögliche Expertise für ihr Produkt erhalten wollte. Diese würde sie nur dort finden, wo auch der Rohstoff herkommt. So reiste sie nach China, in die Heimat der Cashmere-Ziege, um Produktionswerkstätten zu finden, die ihren hohen Ansprüchen an Material und Fertigung gerecht werden würden – ein Wagnis in Zeiten, in denen China noch von der Mao-Regierung geprägt war und sich erst langsam dem Westen öffnete.

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Andrea Karg kann man eine unerschrockene Frau nennen. Sie handelt lieber, anstatt lange das Für und Wider abzuwägen. Mit ihrem entschiedenen Auftreten verschaff te sie sich auf ihrer Reise, trotz sprachlicher und kultureller Barrieren, Respekt bei den lokalen Cashmere-Herstellern und gewann sie als Partner. Seitdem ist Allude zu einem internationalen Unternehmen herangewachsen, mit eigenen Produktionswerkstätten in Fernost. Das Sortiment umfasst mittlerweile Kollektionen auch für Männer und Kinder und ist in über 30 Ländern erhältlich. Stets darauf bedacht, das Produkt weiterzuentwickeln, erfüllte sich Andrea Karg 2012 den Traum, ihre Kollektion auf der Pariser Fashionweek zu präsentieren – ein Ritterschlag, denn nur wenige deutsche Label schaff en es, dort ins offizielle Programm aufgenommen zu werden. Ihr Debüt aus kunstvoll gefertigtem Strick setzte neue Maßstäbe für ein Produkt, das im Luxussegment angesiedelt ist, aber noch nie zuvor auch als „Fashion“ betrachtet wurde. Nächstes Jahr feiert Allude sein 25-jähriges Bestehen. Bis heute steckt Andrea Karg ihr ganzes Herzblut ins Design und in die Herstellung des kostbaren Rohstoff s, den man nur in großen Höhen und nur zu bestimmten Zeiten gewinnen kann. Aber auch die Pflege und Langlebigkeit des Produkte liegt ihr sehr am Herzen. In unserer Wegwerfgesellschaft setzt sie auf Nachhaltigkeit und gründete die „Cashmere Clinic“ in der Christophstraße. Dort kann man jedes Strickteil, ob aus reinem Cashmere oder einer Cashmere-Mischung, ob von Allude oder einem anderen Label, abliefern und reparieren lassen. Wer weiter weg wohnt oder es nicht persönlich in die „Cashmere Clinic“ schafft, der kann sein Lieblingsteil auch einfach schicken. Nach einem „Aufenthalt“ in der „Cashmere Clinic“ kommt es wie neu zurück. Insbesondere bei Cashmere-Wolle gilt es aufgrund unsachgerechter Behandlung oft viel zu retten.

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Dabei ist die Pflege, so Frau Karg, gar nicht so schwierig. Wir trafen sie in ihrem neuen Firmengebäude, einer alten Seilerei vorden Toren Münchens, und holten uns Pflegetipps von der Expertin ein:

• Keine Scheu vor dem Waschen: Die Oberfläche von Cashmere wird bei jedem Waschen besser
• Cashmere-Stücke sollten am besten bei 30 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden – und dabei auf links gedreht sein
• Waschen Sie Ihr Cashmere Teil mit flüssigem Vollwaschmittel oder einem milden Haarshampoo. Weichspüler eignet sich hingegen nicht
• Nach dem Waschen liegend trocknen
• Um Cashmere wieder richtig kuschelig zu bekommen, das Kleidungsstück anfeuchten und in einem Gefrierbeutel für zwei Stunden ins Eisfach legen. Danach liegend trocknen und mit etwas Abstand vom Gewebe mit dem Bügeleisen dämpfen
• Kleine Knötchen, sogenanntes „Pilling“, sind normal und lassen sich ganz leicht mit einem Cashmere-Kamm entfernen

Diese und viele weitere Pflegetipps finden Sie in dem umfangreichen und hübsch gestalteten Buch „Cashmere“ von Andrea Karg, eine Art Enzyklopädie zu dem kostbaren Rohstoff, erschienen im Callwey Verlag.

Zu guter Letzt bitten wir Frau Karg noch um einen beruflichen Erfolgstipp: „Neugier ist wichtig, die hält jung. Man muss sich immer wieder neu erfinden, dabei aber seine Kernkompetenz nicht außer Acht lassen. Und ein bisschen relaxed sollte man auch sein. Nicht immer alles aufbauschen, auch mal durchatmen. So wenig Drama wie möglich.“

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Perfekt für die Reise: Das Care Set 1 bestehend aus Waschmittel, Cashmere Conditioner und einem Cashmere-Kämmchen

Wenn ein Cashmere-Pulli besonders flauschig ist, heißt das nicht automatisch, dass es sich um ein besonders hochwertiges Produkt handelt. Cashmere stammt aus dem Winterbauchflaum der gleichnamigen Ziege und wird im Gegensatz zu Wolle ausgekämmt, nicht geschoren. Aber auch jeder andere weniger hochwertige Teil der Wolle darf als Cashmere-Wolle bezeichnet werden, was zu erheblichen Qualitäts unterschieden auf dem Markt führt.

erstellt am: 23.11.2017

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Annekatrin Meyers

Journalistin

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