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Als die 17-jährige Zoe am Ende von 24 grauenhaften Stunden mit Blut an ihren Kleidern vor ihre Eltern tritt, besteht kein Zweifel mehr: Diese junge Frau ist eine Heldin – eigenwillig, burschikos und furchtlos. Zoe ist die Hauptfigur in „Hit and Run“, einer dichten und authentischen Webserie auf „funk“, dem Websender des ZDF für jugendliches Publikum. Authentisch, weil Zoe so gar keinem Stereotyp entsprechen will, weil sie stark und schwach ist, entschlossen und unentschieden, Gegensätzliches fühlt. Was ein Mensch am Ende seiner Pubertät eben so durchlebt. Authentisch, weil die Schauspielerin Sophia Schober ihrer Figur all diese Facetten erlaubt.

Als ich Sophia Schober in einem Café treffe, kommt sie gerade aus der Uni. Als Ausgleich zum unsteten Schauspielberuf studiert sie Jura und steht kurz vor dem ersten Staatsexamen. Das Studium würde ihr dabei helfen, die ruhigen Phasen ihres Jobs zu überbrücken, in denen man gerade kein Casting hat oder nichts zu tun hat. Einen juristischen Beruf möchte
sie später eigentlich nicht ausüben, aber die Herausforderung, strategisch denken zu lernen und sich in Disziplin zu üben, macht ihr Spaß. „Beim Jurastudium weißt du, dass es auf ein Resultat hinausläuft. Du schreibst eine Klausur und erhälst unmittelbar ein Ergebnis. Die Schauspielerei ist dagegen oft nicht greifbar. Was macht einen guten Schauspieler aus? Wann hat man Erfolg? Wenn keiner mitmacht, kannst du es noch so sehr wollen – du kannst deinem Beruf nicht nachgehen.“

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Ihr Studienschwerpunkt ist geistiges Eigentum und Wettbewerbsrecht. Eine junge Frau beim Spagat zwischen Kunst und Recht: ziemlich schlau, ziemlich unangepasst. Nach ein paar Minuten mit Sophia Schober drängt sich mir die Frage auf, wo hört Zoe auf und wo fängt Sophia an. Diese rebellische Präsenz aus dem Film ist die gleiche – obwohl sie sich ganz entspannt mit mir unterhält. Ihre blauen Augen schauen mich herausfordernd an, abwartend, was ihr Gegenüber eigentlich von ihr will. Sophia Schober ist lässig, im positivsten Sinne. Mit der Zeit schwindet ihre vorsichtige Haltung. In gewählten Formulierungen beginnt die 25-Jährige von ihrem Leben zu erzählen, in dem sie sich sehr gründlich mit sich und ihrem Umfeld auseinandergesetzt hat. Sophia Schober arbeitet seit drei Jahren als Schauspielerin. Seitdem war sie in diversen Rollen bei den Öffentlich-Rechtlichen zu sehen sowie in den letzten beiden Kinofi lmen von Erfolgsregisseur Marc Rothemund. Bald wird sie als Nachtgestalt des Barlebens in dem Münchner Debüt „Feierabendbier“ zu sehen sein, der im Herbst in die Kinos kommt. Bemerkenswert für so einen kurzen Werdegang. Sophia kann das nette Mädel von nebenan genauso glaubhaft verkörpern wie die kühle Femme fatale.

Dabei geschehen bei ihr die Dinge meistens eher, als dass sie sie planen würde. Nach dem Abitur bewirbt sich die gebürtige Rosenheimerin auf einer privaten Münchner Schauspielschule. Der erste Treffer im Netz sollte es gleich werden. Da sie ihre Ausbildung nicht auf einer der renommierten staatlichen Schauspielschulen absolviert, muss sie sich erst einmal beweisen: So dreht sie viele kleine Projekte mit ihren Studienpartnern. Auf dem Demoband eines Schauspielkollegen wird sie von einer Agentin entdeckt – die ersten Rollen im TV folgen bald. Sophia geht stetig ihren Weg, ohne Verbissenheit. So lange sie nicht stillsteht, so glaubt sie, wird ihr immer etwas Neues geschehen, vielleicht nicht unmittelbar, aber langfristig: „Ich säe und ernte das, was mir vom Schicksal zugeworfen wird.“ Ein Beispiel dafür ist das Casting zu „Hit and Run“, bei dem sie für die Nebenrolle der hübschen Freundin
vorsprach. Ihre Darbietung überzeugte die Regisseurin so sehr, dass ihr schließlich die Rolle der Zoe angeboten wurde. Wenn man „Hit and run“ gesehen hat, fragt man sich, wie sie überhaupt jemals für eine andere Rolle als diese in der Serie infrage gekommen ist.

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Oft will man Sophia Schober als das hübsche Blondchen besetzen, aber nichts liegt ihr ferner, als auf einen bestimmten Typ festgelegt zu werden. Sie verabscheut Stereotype, liebt die Ambivalenz. Die komplexen Charaktere sind es, die sie reizen. Dabei sei es eine ständige Aufgabe für sie, die eigene Eitelkeit zu überwinden und sich nicht immer allzu ernst zu nehmen.
Eine vielschichtige Persönlichkeit in einer Webserie zu verkörpern, bei der keine Folge länger als 15 Minuten dauert, ist eine Herausforderung. Für die Entfaltung der Figur bleibt da nicht viel Zeit. Außerdem sind für das Netz produzierte Filme für das Schauen auf einem kleinen Bildschirm wie auf dem iPhone konzipiert, das heißt, die Handlung wird eher zu deutlich als subtil vermittelt. Ich frage Sophia Schober, ob sie die neuen Medien und der damit einhergehende „Influencer-Hype“ denn nicht verunsichere. Aber auch damit geht sie gelassen um: So sehr hätte sich die Welt doch eigentlich nicht verändert, man bekomme nur mehr davon mit als früher. Wichtig ist es für sie, der Verantwortung gerecht zu werden, sich selbst weiterzubilden und Möglichkeiten zu nutzen, die nicht selbstverständlich sind – und auf der anderen Seite der eigenen Intuition und Spontaneität zu folgen, das mache einen Menschen unabhängig.

In ihrem Fall sei die Mischung aus Fleiß und Freiheit unabdingbar, um kreativ arbeiten zu können. Es macht jedenfalls großen Spaß, ihr dabei zuzuschauen: im Fernsehen, auf der Leinwand oder auf dem iPhone – die beste Voraussetzung dafür, dass ihr eine lange Schauspielkarriere vom Schicksal zugeworfen wird.

Im Herbst kommt „Feierabendbier“ ins Kino. Sophia Schober spielt darin eine Philosophiestudentin mit Minirock und hohen Stiefeln – und entspricht mal wieder keinem Stereotyp
@feierabendbier.filmhttps://www.facebook.com/feierabendbier.film/ 

 

erstellt am: 08.09.2018

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Annekatrin Meyers

Journalistin

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