meh web - Münchens erste Häuser

Die Münchner müssen in den letzten Jahren immer wieder mit Bedauern feststellen, dass schon wieder ein alteingesessenes Geschäft einer großen Kette weichen musste. Die Mieten in München können sich viele Läden nicht mehr leisten. Zeit etwas dagegen zu unternehmen.

Am Abend des 25. April 2017 fand in der Palaishalle des Bayerischen Hofs ein besonderer Austausch zwischen Münchner Einzelhandel und Stadt-Politik im Rahmen der Podiumsdiskussion zur Einzigartigkeit und aktuellen Lage sowie zu Herausforderungen und Zukunft des Münchner Einzelhandels statt.

Auf dem Podium diskutierten Bürgermeister Josef Schmid, Frank Troch (HIRMER), Flori Schuster (Sporthaus SCHUSTER), Caspar-Friedrich Brauckmann (KUSTERMANN), Robert Waloßek (BETTENRID), Cornelia Schambeck (KAUT-BULLINGER) und Wolfgang Fischer (CityPartner) gemeinsam über die aktuellen Herausforderungen und Chancen des Münchner Einzelhandels. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Nina Ruge. Der Einladung folgten über 100 Gäste aus Münchner Wirtschaft, Politik, Medien, Gastronomie, Hotellerie und Kultur.

Die fünf traditionsreichen Münchner Unternehmen HIRMER, SPORTHAUS SCHUSTER, KUSTERMANN, BETTENRID und KAUT-BULLINGER bilden unter dem Namen „MÜNCHENS ERSTE HÄUSER“ eine Wertegemeinschaft im Einzelhandel, um gemeinsam die Werte und Kultur der Traditionshäuser und die Einzigartigkeit von Münchens Innenstadt hervorzuheben. Der Verbund versteht sich auch als Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen und die Häuser stehen mit ihrer Einzigartigkeit im Münchner Stadtbild gegen die Uniformität der Innenstadt. Ihrer Arbeitgeberverantwortung bewusst, sichern die fünf Traditionshäuser gemeinsam rund 1200 Arbeitsplätze im innerstädtischen Einzelhandel.

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Eine kurze Zusammenfassung der Diskussion:

Herausforderungen im Einzelhandel

„Der Handel steht vor großen Herausforderungen“, sagt Robert Waloßek von Bettenrid. Das veränderte Einkaufsverhalten, der zunehmende Online-Handel, die Anonymisierung der Innenstädte und der allgemeine Frequenzrückgang sind nur einige Themen, welche die Einzelhändler umtreiben und auf die es zu reagieren gilt. Bis 2020 werden rund 50.000 Geschäfte in Deutschland verschwinden, der Frequenz-Rückgang ist bereits jetzt mit 19% in den letzten 9 Jahren massiv.

„Miteinander können wir unseren Kunden ein viel größeres Spektrum anbieten. Wir sind alle Spezialisten in unseren Themen und können mit ‚Cross-Over’ Erlebnissen auf der Fläche eine gemeinsame und einzigartige Eventkultur schaffen. Dabei spielt auch das Thema ‚Individualisierung’ von Produkten eine immer größere Rolle“, so Flori Schuster.

„Online ist nicht böse. Online macht Freude und ist ein weiterer Vertriebs-und Servicekanal sowie ein zusätzliches Schaufenster“, sagt Frank Troch von Hirmer. Wir gewinnen unsere Kunden für unseren Onlineshop aus unserem stationären Haus heraus und nicht über Google. 8 von 10 Onlineshops sind hochdefizitär. Der Abgesang auf den stationären Handel hat viel zu früh stattgefunden. Und wenn es uns gelingt, mit unseren qualitätsvollen Produkten und einem entsprechenden Durchschnittspreis unsere Angebote auch online zu vermarkten – mit Service und Vielfalt – sind wir Amazon und Zalando ein deutliches Stück voraus“, so Troch weiter.

Rahmenbedingungen für die Zukunftstauglichkeit des Münchner Einzelhandels
Um auch noch für die kommende Generation zukunftstauglich zu sein, bedarf es auch entsprechend angepasster Rahmenbedingungen und neuer Impulse, um wettbewerbsfähig und weiterhin für die Kunden attraktiv zu sein. „MÜNCHENS ERSTE HÄUSER“ betonen hier beispielsweise die Wichtigkeit der punktuellen Flexibilisierung von Ladenöffnungszeiten.

Als „Leuchttürme“ in der Münchner Innenstadt  und charismatische Händler tragen „MÜNCHENS ERSTE HÄUSER“ zur Gesamt-Attraktivität der Innenstadt bei. Um dies auch in der Zukunft sicher zu stellen, wünschen sie sich einen flexibleren Umgang mit städtebaulichen Verordnungen, die sie derzeit noch unverhältnismäßig einschränken.

Stationäre, temporäre Präsentationsmöglichkeiten z.B. für kleine Start-Ups im innerstädtischen Bereich können neue Impulse stiften und neue Zielgruppen ansprechen. Auch das aktuelle Konzept „Kauf lokal“ von HIRMER zeigt eindrucksvoll, wie Frequenzen in der Innenstadt erhöht werden können und für beide Seiten ein Mehrwert entstehen kann.

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Bürgermeister Josef Schmid

Fazit und Ausblick

Mit ihrer jahrzehntelangen Erfahrung wollen die Unternehmen jungen Menschen mit einer unternehmensübergreifenden Ausbildung einen besonderen Start in das Berufsleben bieten. Im März 2017 startete ein weiteres Förderungsprogramm aller fünf Häuser: „Mit dem „Talente-Programm“ erhalten junge Nachwuchsführungskräfte der fünf Häuser ein gemeinsames Coaching, welches sie bereits jetzt auf ihre zukünftige Führungstätigkeit vorbereitet“, so Cornelia Schambeck.

„Wir wollen uns miteinander intensiv auf verschiedensten Ebenen austauschen, voneinander lernen, uns fördern und gegenseitig unterstützen – so wie dies eben in einer Familie geschieht. Und wir haben noch viele gemeinsame Projekte in der Pipeline“, so Frank Troch. Click and Collect, Mobile Payment oder Lieferung zum Wunschtermin sind u.a. Themen, über die sich die fünf Häuser derzeit aktiv gemeinsam austauschen.

Das Ziel und der Anspruch, heute wie morgen die erste Adresse in München für den anspruchsvollen Kunden zu sein, trägt die Wertegemeinschaft gemeinsam in die Zukunft.

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Von links nach rechts: Flori Schuster, Cornelia Schambeck, Caspar-Friedrich Brauckmann, Frank Troch und Robert Waloßek

erstellt am: 11.05.2017

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