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Herr Aisslinger, nach Konstantin Grcic sind Sie der zweite Designer, der im Paternoster-Raum der Pinakothek der Moderne seine Werke präsentiert. Als Berliner Designer folgen Sie auf Münchens Lieblingsdesigner Grcic, die Erwartungen sind also hoch. Was erwartet die Münchner in Ihrer Ausstellung “House of Wonders“?
Werner Aisslinger: Wir entwickeln für diese Ausstellung eine komplett neue Designwelt. Wir verwenden aber auch Objekte, die wir schon einmal produziert haben, doch mit den meisten Teilen der Ausstellung betreten wir Neuland. Auf dem Vorplatz des Museums wird eines meiner „LoftCubes“ aufgestellt – ein transportables, eingeschössiges Fertighaus, das übrigens in München produziert wird und ein wichtiges Projekt in meiner Arbeit darstellt. Darin werden wir das ganz neue Möbelsystem „Mesh“ inszenieren, das wir mit der München Firma Piure entwickelt haben. Der Cube wird also eine Art Schaukasten sein, als Außenhinweis auf das House of Wonders innen.

Und wie gestalten Sie die eigentliche Ausstellung in der Pinakothek?
Wir werden im sogenannten Paternoster-Raum eine begehbare Wohnlandschaft auf zwei Stockwerken aufbauen. Ein Pop-up -Haus im Baukastensystem, das man um mehr Zimmer erweitern kann, wenn man möchte. Für den Garten der Museums haben wir uns auch einiges überlegt, zum Beispiel wird ein kleiner Roboter die Beete bepflanzen. Das Leben von morgen, dauernde Veränderung sind das Thema – ich hoffe, dass die Zuschauer erstaunt sein werden.

Wie stellen Sie sich das Wohnen der Zukunft vor?
Was Räume anbelangt, so glaube ich, dass sie collagenhafter werden. Damit meine ich, dass nicht mehr so stilvoll und für die Ewigkeit gebaut wird, sondern alles einem steten Wandel unterzogen ist und sich die Architektur dem anpasst. Gebäude werden flexibler, non-permanenter, ein Sammelsurium von Dingen unseres Lebens. So wie Familien heute Patchwork sind, so wird das Leben in der Zukunft auch ästhetisch zusammengewürfelt sein.

Begleitet Design die Zukunft oder gestaltet Design die Zukunft mit?
Man ist nicht nur Konsument von Zivilisation, man gestaltet sie auch mit. Als Designer hat man etwa die Verantwortung, Objekte in die Welt zu setzen, die lange Lebenszyklen haben und, mit denen Müll vermieden werden kann. Wenn man dem Objekt dann noch eine ästhetische Qualität mit auf den Weg gibt, dass es zeitlos und bestenfalls vererbt wird, hat man als Designer alles richtig gemacht. Ich finde es spannend, wenn man es als Designer schafft, mit seiner Arbeit die Alltagskultur zu beeinflussen.

Denken Sie da auch jenseits von Wohndesign?
Der Automobil- und Transportbereich ist ein Thema, das mich sehr interessiert. Eine U-Bahn oder ein Fahrzeug zu entwerfen, würde mich reizen. Wenn man in Europa als junger Designer anfängt zu arbeiten, dann ist man meistens in der Möbelwelt unterwegs, weil sie die einzige Branche ist, die Freelancern eine Chance gibt. Die größeren Industrien, wie zum Beispiel die Automobilindustrie, haben ihre eigenen festen Mitarbeiter. Da kommt man zunächst schwer rein. Mit der Zeit öffnen sich die Wege.

Bleibt man als Designer eigentlich von Natur aus lebenslang kreativ?
Als angewandter Künstler ist man immer auch Teil eines industriellen Räderwerkes, aber man muss den Beruf so begreifen, dass man Ausblicke geben will. Den Ehrgeiz habe ich schon gelegentlich, visionär zu sein und nicht das zu machen, was von einem erwartet wird. Das Hotel im Bikini House zum Beispiel, das wir 2013 gemacht haben, ist ein Versuch, das Thema Hotel eine Generation weiter zu denken. Es ist wild und experimentell und wurde dafür wohl zu Recht gefeiert.

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Aisslingers neues Möbelprogramm „Mesh“ für Piure wurde im Oktober 2016 auf der Orgatec vorgestellt.

WERNER AISSLINGER. HOUSE OF WONDERS
Pinakothek der Moderne, Die Neue Sammlung. The Design Museum

Noch zu sehen bis zum 17.09.2017

erstellt am: 22.03.2017

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Annekatrin Meyers

Journalistin

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